Endometriose
 

Was ist Endometriose?

Unter“Endometriose“ versteht man das Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut ( Endometrium) in anderen Geweben, z.B. der Gebärmuttermuskulatur oder außerhalb der Gebärmutter in verschiedenen Organen.

Am häufigsten findet sich die Endometriose jedoch in der unmittelbaren Nähe zur Gebärmutter, in den Organen des kleinen Beckens wie dem Eileiter und den Eierstöcken bzw. in einer Bauchfellhöhle zwischen dem Darm und der Hinterseite der Gebärmutter. Die Endometriose unterliegt dem Hormonzyklus der Frau, der sich etwa alle 28 Tage wiederholt, und kann mit sehr starken Schmerzen verbunden sein. Es kann zur Entwicklung größerer blutgefüllter Zysten an den Eierstöcken kommen, ebenso zur Verklebung der Eileiter.

„Endometriose“ tritt bei rund 10% aller geschlechtsreifen Frauen auf und ist eine gutartige Erkrankung. Ursachen Zur Entstehung der Endometriose gibt es verschiedene Theorien. So wurde vor allem in der Vergangenheit diskutiert, dass sich die Endometrioseherde durch Umwandlung aus anderen Gewebearten bilden könnten. Andere Theorien gehen von einer Verschleppung von Endometruimzellen aus der Gebärmutter durch Blut oder Lymphgefäße aus. Als ein weiterer wesentlicher Faktor für die Entstehung von Endometrioseherden wird heute die so genannte retrograde Menstruation angesehen. Dabei wird angenommen, dass durch die Regelblutung Endometriumzellen aus der Gebärmutter zB. in die Eileiter und über die Eileiter in den Bauchraum verschleppt werden. Entscheidend für die Anlagerung von Endometriumzellen außerhalb der Gebärmutter scheinen vor allem immunologische Prozesse zu sein. So wird diskutiert, dass die verschleppten Zellen nur dann in anderen Organen einwachsen können, wenn das Immunsystem überfordert ist oder nicht ausreichend arbeitet. Die genauen Prozesse bei der Endometrioseentstehung sind jedoch noch unbekannt.

Symptome

Die Beschwerden, die durch eine Endometriose verursacht werden, sind an den hormonellen Zyklus der Frau gebunden und verschwinden deshalb mit der Beginn der Wechseljahre. Der Schweregrad der Erkrankung, und die Intensität der Beschwerden stehen nicht zwingend in einem Zusammenhang. So sind etwa 50% der Betroffenen frei von typischen Symptomen. Auftretende Beschwerden hängen in erster Linie von der Lokalisation, also dem Ort der Endometriose ab. Hauptsymptom einer Endometriose ist eine schmerzhafte Regelblutung ( Dysmenorrhö). Dabei beginnen die Schmerzen bereits kurz vor dem Einsetzen der Regelblutung und verstärken sich dann in den ersten beiden Tagen der Blutung. Weitere Symptome: wiederkehrende Schmerzen im Unterbauch, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Blutungsstörungen und Unfruchtbarkeit können ebenfalls Symptome einer Endometriose sein.

Diagnose

Bei der gynäkologischen Untersuchung können Endometrioseherde in der Scheide oder am Gebärmutterhals gesehen werden. Größere Endometrioseherde im kleinem Becken können entweder durch die Tastuntersuchung oder durch die Ultraschalluntersuchung festgestellt werden. Kleine Endometrioseherde lassen sich ebenso wie das Ausmaß der Endometriose nur durch eine Bauchspiegelung ( Laparoskopie) feststellen.

Therapie

Die Behandlung der Endometriose richtet sich nach der Ausdehnung und der Lokalisation der Endometriose bzw. dem Alter und einem eventuell bestehenden Kinderwunsch der Patientin. Grundsätzlich sind sowohl eine chirurgische als auch eine medikamentöse Therapie möglich, wobei in manchen Fällen beide Methoden kombiniert werden.

Medikamentöse Behandlung

In vielen Fällen ist die Behandlung der Endometriose durch eine Blockade des hormonellen Zyklus möglich, wodurch es zu einer Rückbildung der Endometrioseherde kommt. Eingesetzt werden hierfür Östrogen-Gestagenkombination ( niedrig dosierte Pillen) sowie verschiedene Gestagene. Unter dieser Therapie kommt es zu einer Rückbildung der Endometriose sowie in der Regel zu einer deutlichen Verbesserung der subjektiven Beschwerden der Patientin. Bei bestehendem Kinderwunsch müssen die Medikamente abgesetzt werden, was unter Umständen wieder zu einer Zunahme der subjektiven Symptome führen kann.

Operative Behandlung

Kleinere Herde innerhalb des Bauchraumes werden in der Regel bei Bauchspiegelung mit dem Laser oder elektrochirurgisch verödet bzw. abgetragen. Bei diesem Eingriff ist es auch möglich, die Durchgängigkeit der Eileiter zu prüfen. Bei ausgedehnten oder ungünstig gelegenen Herden ist unter Umständen eine große Operation über einen Bauchschnitt notwendig. In solchen Fällen und bei fehlendem oder bereits erfülltem Kinderwunsch wird mitunter die komplette Entfernung der Eierstöcke empfohlen, um den Hormonzyklus der Patientin und die damit einhergehenden Endometriosesymptome zu unterbinden.

Vorbeugen

Vorbeugende Maßnahmen als Schutz vor der Ausbildung einer Endometrioe sind nicht bekannt.

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